Tipps für eine clevere Wärmedämmung
11. Dezember 2018

Ratgeber: Wie dick muss meine Dämmung sein?

Die Bemessung der Dämmstoffdicke kann zwei Ziele verfolgen:
  • 1. Die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben, die die Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgibt.
  • 2. Der bestmögliche Wärmeschutz und somit der geringste erzielbare Energieverbrauch.
Die Energieeinsparverordnung gibt für alle Bauteile eines Hauses – Dach, Wand, Keller, Fenster etc. – einen bestimmten Höchstwert für den Wärmedurchgangseffizienten (U-Wert) an. Wie dick eine Dämmung sein muss, um diese Vorgaben zu erfüllen, hängt daher von der energetischen Ausgangssituation des jeweiligen Bauteils ab. Ein Beispiel: Eine Mauer aus Hohlblockziegeln, die durch ihre Struktur bereits einen gewissen Dämmwert aufweisen, verlangt eine geringere Dämmstoffdicke als eine Wand aus gut wärmeleitendem Beton. Die genaue Dämmstoffdicke zur Erfüllung der EnEV lässt sich also nicht allgemein, sondern nur im Bezug zu den individuellen Gegebenheiten des jeweiligen Hauses festlegen. Anhand der Gebäudedaten kann ein Energieberater die notwendige Ausgestaltung des Wärmeschutzes berechnen. Um eine ungefähre Vorstellung des notwendigen Dämmaufwandes zu bekommen, gibt es empfohlene Dämmstoffdicken (die je nach Haus und gewähltem Dämmstoff allerdings abweichen können und daher nicht bindend sind). Beispiele für solche Empfehlungen sind:
  • Fassade: 14 Zentimeter Dämmstoff
  • Dach: 20 Zentimeter Dämmstoff
  • Keller (Boden): 8 Zentimeter Dämmstoff

Wer besser dämmt, spart mehr Energie

Die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben bedeutet allerdings nur die Realisierung des vorgeschriebenen Mindestwärmeschutzes. Wer die größtmögliche Energieeinsparung erzielen will, für den gilt: je dicker desto besser. Bei Passivhäusern, die dank ihrer durchdachten Konstruktionsweise nur noch einen Energiebedarf von maximal 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche aufweisen, wird beispielsweise mit Dämmstoffdicken von bis zu 30 Zentimetern gearbeitet. Bei einer Altbausanierung stellt sich bei der Umsetzung des bestmöglichen Wärmeschutzes immer die Frage, was aufgrund der baulichen Gegebenheiten technisch realisierbar und wirtschaftlich sinnvoll ist. Hierzu lohnt vorab die Beratung durch einen qualifizierten Energieberater, der eine Wirtschaftlichkeitsberechnung der geplanten energetischen Sanierung vornehmen kann.

Dämmstoffdicke auch eine Frage des Materials

Nicht zuletzt hängt die genaue Dämmstoffdicke auch von dem verwendeten Material ab. Dämmstoffe werden gemäß ihrer Wärmeleitfähigkeit in verschiedene Wärmeleitgruppen (WLG) oder Wärmeleitstufen (WLS) eingeteilt. Bei der WLG erfolgt die Einteilung in Fünfer-Schritten, bei der WLS in Einer-Stufen:
  • WLG 040 entspricht einem Wärmedurchgangswert von 0,045 W/(mK)
  • WLG 035 entspricht einem Wärmedurchgangswert von 0,035 W/(mK)
  • WLS 032 entspricht einem Wärmedurchgangswert von 0,032 W/(mK)
Je niedriger die Zahl der WLG oder der WLS ist, desto weniger Dämmstoffdicke wird für denselben Dämmwert benötigt. Dies kann vor allem bei der Altbausanierung eine Rolle spielen, wenn beispielsweise bestimmte Grenzabstände zu den Nachbargrundstücken gewahrt bleiben müssen.

Die Energieeinsparverordnung gibt für alle Bauteile eines Hauses – Dach, Wand, Keller, Fenster etc. – einen bestimmten Höchstwert für den Wärmedurchgangseffizienten (U-Wert) an. Wie dick eine Dämmung sein muss, um diese Vorgaben zu erfüllen, hängt daher von der energetischen Ausgangssituation des jeweiligen Bauteils ab. Ein Beispiel: Eine Mauer aus Hohlblockziegeln, die durch ihre Struktur bereits einen gewissen Dämmwert aufweisen, verlangt eine geringere

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